 | U-BAHNHOF: Intelligente Details für höchste Transparenz |
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 Bei Dunkelheit erhellt das lichtdurchflutete Glasdach den Straßenraum und macht aus dem Eingang zum U-Bahnhof Kaulbachplatz in Nürnberg einen einladenden Ort. Foto: Gerhard Hagen/poolima/Glas Trösch
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Um den Straßenraum am neuen U-Bahnhof des Nürnberger Kaulbachplatzes nicht weiter zu beengen, setzten die Planer auf höchstmögliche Transparenz. Dafür entstand in Zusammenarbeit mit der Herstellerfirma Glas Trösch eine Glaskonstruktion, die deutschlandweit bisher einzigartig ist.
Höchste Transparenz und Einfachheit in der Materialität wurden zum konzeptionellen Ansatz der Gestaltung. Die Eingänge zum Bahnhof bestehen fast ausschließlich aus Glas und Beton. Blickt man die Straße entlang, zeigt sich das wesentliche Merkmal der Bauten – die Dächer, reine Glaskonstruktionen, die eine vollständige Durchsicht ermöglichen.
Für das Glasdach im Bereich der Treppenabgänge und des Aufzugs wurden Sanco Lamex Verbundsicherheitsgläser (VSG) in besonderer Konstruktionsweise eingesetzt. Die Glasschwerter als Träger der Glasdachscheiben weisen einen ständig wechselnden Neigungswinkel auf, der sich nach dem Lauf der Betonscheiben richtet. Außerdem wurden sie nicht mit dem bisher möglichen Seitenverhältnis von 10:1 ausgeführt. Eine intensive Weiterentwicklung der bisherigen Glastragkonstruktionen durch den Bereich Konstruktiver Glasbau der Firma Glas Trösch ermöglichte eine Realisierung filigraner Glasschwerter mit einem Seitenverhältnis von 15:1.
Bedingt durch den Neigungswinkel, sein Eigengewicht und die einwirkenden Lasten aus der Dachfläche tendiert das einzelne Glasschwert dazu, auszuweichen. Um dieser Bewegung entgegenzuwirken und den vollständigen Lastabtrag zu gewährleisten, wurden die schon bewährten Swisswall-Systeme eigens weiterentwickelt: Die oberen sowie die unteren Punkthalter im Glasschwert sind Teil einer Abspannkonstruktion aus Edelstahlzugstangen.
Vom Boden aus aufgespannt, begrenzt sie die Kippwirkung der Glasschwerter und stabilisiert sie in ihrer Ausrichtung Auftreffende Dachflächenlasten werden ausschließlich über die oberen im Schwert sitzenden Punkthalter abgetragen. Die vollständige Konstruktion aus Dach und Glasschwert mit sämtlichen Beschlägen bedurfte einer Zustimmung im Einzelfall.
Eine weitere technisch anspruchsvolle Lösung stellt die Lagerung der Dachkonstruktion im Massivbau dar. Es wurde Wert darauf gelegt, die Auflager nicht auf den Beton aufzuschrauben, sondern sie unsichtbar in der Wand einzulassen. Gabellager umfassen die Glasschwerter an drei Seiten. Die Taschen hinter den Auflagern wurden so tief ausgeführt, dass die Schwerter durch seitliches Versetzen in die bereits fest im Straßenraum stehenden Betonscheiben eingeführt werden konnten. Eine nachträgliche Befestigung erfolgte über ebenfalls vorab eingebrachte Klemmleisten.
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