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 Aktuelles 2012 > 060112_Energie-Plus-Haus
ENERGIE-PLUS-HAUS: Beispiel für nachhaltiges Wohnen
Energie-Plus-Haus

Dieses Energie-Plus-Haus wurde jetzt in Wetzlar übergeben. Dem erwarteten Energiebedarf von 7.550 Kilowattstunden pro Jahr steht voraussichtlich eine Stromerzeugung von 9.100 Kilowattstunden gegenüber. Foto: Bosch

In Wetzlar wurde jetzt ein Einfamilienhaus seinen Mietern übergeben, das über das Jahr insgesamt mehr Energie bereitstellt als seine Bewohner selbst benötigen. Dank Photovoltaikanlage, effizienter Heizung und Dämmung sowie sparsamer Hausgeräte steht dem erwarteten Energiebedarf von 7.550 Kilowattstunden pro Jahr voraussichtlich eine Stromerzeugung von 9.100 Kilowattstunden gegenüber.

Errichtet wurde das so genannte „Energie-Plus-Haus“ von der Bosch Thermotechnik mit ihrer Marke Buderus sowie den Gebäudespezialisten Buderus Immobilien GmbH (BIG) und Schwörer Haus.

„Wir wollen zeigen, dass ein solches Projekt mit heute bereits verfügbarer Technik möglich ist“, sagte Uwe Glock, Vorsitzender des Bereichsvorstands Bosch Thermotechnik. Er verwies darauf, dass in Europa etwa vierzig Prozent des gesamten Primärenergieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen auf die Gebäude entfällt. Mit rund 85 Prozent wird dort der größte Anteil des Energiebedarfs für die Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasserbereitung eingesetzt. Der Anteil Strom ist mit rund 15 Prozent relativ dazu recht gering. Diese Diskrepanz führt Glock auf den technischen Zustand der Heizanlagen zurück: „Nur 13 Prozent der 17,8 Millionen Heizungsanlagen hierzulande sind auf dem aktuellen technischen Stand.“ Durch den Austausch der ineffizienten Anlagen ließen sich jährlich bis zu 55 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Glock ist überzeugt, dass sich das Energie-Plus-Haus auf längere Sicht zum Standard entwickeln wird.

Damit sich ein Gebäude vom Energieverbraucher zum -anbieter mausern kann, müssen drei Voraussetzungen erfüllt werden. Zunächst gilt es, den Verbrauch durch eine optimierte Gebäudehülle und die Nutzung von Restenergieströmen gering zu halten. Der verbleibende Energiebedarf wird effizient gedeckt. Zudem muss das Gebäude selbst so viel Strom wie möglich erzeugen. Um diese Anforderungen zu erfüllen, haben die Projektpartner das Energie-Plus-Haus mit modernen Komponenten ausgestattet: Eingesetzt werden eine Photovoltaikanlage, eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und eine Elektro-Wärmepumpe mit einer Leistung von bis zu neun Kilowatt. Moderne, verbrauchsarme Hausgeräte der Energieeffizienzklasse A++ von Bosch runden die Ausstattung ab. Im Vergleich zu einem Neubau auf gutem, aber herkömmlichen Standard betragen die Mehrkosten rund 35.000 Euro für die Photovoltaik.

Dank dieser Maßnahmen sinkt der Primärenergiebedarf für Heizen und Warmwasser des Gebäudes mit 160 Quadratmetern Wohnfläche gegenüber einem herkömmlichen Vergleichsgebäude von 91 auf unter fünfzig Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Die auf dem Dach angebrachten Photovoltaik-Module mit einer Leistung von 10,8 Kilowatt Peak erzeugen so viel Strom, dass sich auf das Jahr gerechnet eine positive Energiebilanz ergibt. Damit kann auch der Bedarf von vier E-Bikes mit Bosch-Antrieb gedeckt werden, die den Mietern zur Verfügung stehen.




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